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Personalvermittlung – Personalberatung – Personalentwicklung

Was sind Brainteaser?

  • Montag, 01 Februar 2016 15:50
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Personaler stellen Bewerbern im Bewerbungsgespräch gerne verschiedene Aufgaben. Eine Möglichkeit sind die Brainteaser auch Kopfnüsse genannt.
Interviewer stellen diese Aufgaben gerne zum Ende des Gespräches, wenn die Anspannung beim Bewerber nachgelassen hat und er glaubt, dass das Schlimmste hinter ihm liegt. Aus der Reaktion des Bewerbers lassen sich Rückschlüsse ziehen auf seine Denkweise, seinen Arbeitsansatz und seine Motivation.
Wie verhält sich der Bewerber in dieser Situation, wird er nervös, fahrig, unruhig? Behält er die Ruhe, geht er die Aufgabe konzentriert an? Wendet er vorhandenes Wissen an, löst er aus dem Stegreif, benutzt er Papier und Bleistift, malt er die Lösung auf, hat er ein Gefühl für Zahlen, kann er komplexe Aufgabenstellungen verständlich erklären?
 
Wir haben einige dieser Brainteaser für Sie aufgeschrieben. Sollten Ihnen in einem Jobinterview entsprechende Aufgaben gestellt werden, sollten Sie vorher einige Dinge wissen.
 
1. Ruhe bewahren, entspannt bleiben
2. Die Lösung ist nicht entscheidend!!
3. Erklären Sie, wie sie sich die Lösung vorstellen, auf keinen Fall schweigend vor sich hinstarren.
4. Vieles lässt sich mit Logik lösen (man kann Brainteaser üben)
5. Verweigern Sie auf keinen Fall die Antwort ("Was soll das jetzt?", "Das gehört nicht zu meinem neuen Aufgabengebiet")
6. Wenn Sie die Antwort kennen, erklären Sie auf jeden Fall die Lösung, nicht das Ergebnis wie aus der Pistole geschossen herausposaunen.
7. Sprechen Sie Ihre Gedankenschritte laut aus, der Interviewer muss sie nachvollziehen können. (Er gibt dann auch Tipps, wenn Sie wirklich nicht weiter wissen.)
 
Schauen Sie sich unsere verschiedenen Aufgaben an, sie gleichen sich alle. Die Lösungswege sind einfach (Logik, Dreisatz, einfache Rechenaufgaben) oder so angelegt, dass sie nicht gelöst werden können. Im zweiten Fall geht es nur darum, dass Sie reden und die Antwort ungefähr schätzen. Solche Aufgaben werden gerne Vertrieblern gestellt, man will sehen ob sich der Bewerber aus einer unangenehmen Situation herausreden kann.
 
Beispielaufgaben:
 
Aufgabe:
Auf einer Insel befinden sich 3 Kannibalen und 3 Mönche auf einer anderen. Alle Mönche möchten auf die andere Insel. Die Kannibalen besitzen ein Boot, welches maximal 2 Leute fasst. Die Kannibalen dürfen nicht in der Überzahl auf einer Insel sein, da sie sonst die Mönche fressen würden. Wie kommen alle Mönche auf die andere Insel?
 
 
Lösung: Zunächst muss man einen Kannibalen auf die Insel der Mönche fahren lassen und danach 2 Mönche auf die Kannibalen-Insel. Dann befinden sich 2 Mönche und 2 Kannibalen auf der einen Insel und ein Mönch und ein Kannibale auf der Mönchsinsel. Somit sind auf keiner Insel die Kannibalen in der Überzahl. Anschließend müssen ein Mönch und ein Kannibale übersetzen, da sonst der dritte Mönch, welcher sich alleine mit einem Kannibalen auf der Mönchsinsel befindet, von dem Kannibalen im Boot und dem, der auf der Mönchsinsel ist, gefressen werden. Es muss aber auch ein Kannibale ins Boot, da sonst der Mönch, der auf der Kannibalen-Insel zurückbleibt, in Unterzahl wäre. Am Ende fahren dann die beiden Mönche auf die andere Insel. Somit ist die Aufgabe gelöst.
 
 
Aufgabe:
Wie viele Smarties braucht man um einen Smart zu füllen?

Lösung: Als erstes muss man wissen, wie viel Platz ein Smart hat und wie viel Platz ein Smartie braucht. Hierzu braucht man das Volumen eines Smarts und das eines Smarties. Diese 2 Größen kann man ins Verhältnis setzen, um die Anzahl der Smarties herauszubekommen, die man braucht, um einen Smart zu füllen.
Zunächst muss man den Platz den ein Smartie beansprucht schätzen. Hierzu könnte man das Volumen berechnen. Dies kann aber zu Schwierigkeiten führen, wenn man die passenden Formeln nicht weiß. Des Weiteren kommt es durch die runde Form des Smarties zu Hohlräumen im Auto, welche nicht ausgefüllt werden. Aus diesem Grund vereinfachen wir die Sache, indem wir annehmen, dass ein Smartie die Form eines Quaders besitzt.
Das Volumen eines Quaders berechnet sich aus der Multiplikation von Länge l , Breite b und Höhe h.

Hieraus entsteht dann folgende Formel:
V= l x b x h

Nun muss man die Länge, Höhe und Breite eines Smarties schätzen und in die Formel einsetzen. Hierzu trifft man folgende Vorüberlegungen:  Die Breite und die Länge des Smarties sind im vorliegenden Fall gleich und entsprechen dem Durchmesser eines Smarties. Der Durchmesser beträgt ungefähr einen Zentimeter und die Höhe des Smarties bestimmen wir auf 0,5 Zentimeter.

Diese Werte werden nun in die Formel eingesetzt:
V (Smartie)= 1 cm  x 1 cm  x 0,5 cm = 0,5 cm3

Ein Smartie braucht nach unserer Schätzung einen halben Kubikzentimeter Platz.
Im zweiten Schritt wird nun wie beim Smartie das Volumen des Smarts vereinfacht bestimmt. Hier legen wir fest, dass ein Smart eine Länge von 2,5 Metern, eine Breite von 1,5 Metern und eine Höhe von 1,5 Metern hat.
Auch hier gehen wir zur Vereinfachung von einer Quaderform aus.

Somit wird das Volumen wie folgt berechnet:
V (Smart) = 2,5 m x 1,5 m x 1,5 m = 5,625 m3

Jetzt muss man allerdings noch beachten, dass zum Beispiel der Motor, die Innenausstattung etc. auch Platz benötigen. Diesen muss man noch abziehen. Hierfür nehmen wir an, dass noch ca. ein freier Raum von ungefähr 3,5 m3 für die Smarties verbleibt.

Um die beiden Volumina vergleichen zu können müssen sie die gleiche Einheit haben.
3,5 m3 entsprechen 3 500 000 cm3
Zum Schluss wird das Volumen des Smarts durch das Volumen eines Smarties geteilt:
3 500 000 : 0,5 = 7 000 000

Ergebnis: Man braucht ca. 7 Millionen Smarties um einen Smart zu füllen.


Aufgabe:
An eineinhalb Tagen legen eineinhalb Hühner eineinhalb Eier. Wie viele Eier legt ein Huhn an einem Tag?

Lösung: Diese Aufgabe löst man mit dem Dreisatz. Wenn eineinhalb Hühner an eineinhalb Tagen einheinhalb Eier legen, dann legt ein Huhn an eineinhalb Tagen ein Ei. Daraus folgt, dass ein Huhn an einem Tag 2/3 Eier legt. Wie das möglich ist, ist hier zum Glück nicht gefragt.

Aufgabe:
Wie viele Katzen leben in Deutschland?

Lösung: Gehen Sie Ihren Bekanntenkreis durch und zählen zum Beispiel fünf Katzen bei ca. 100 Personen. Das bedeutet, dass jeder zwanzigste eine Katze hat. Sie nehmen an, dass dieses Ergebnis repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ist. Damit haben bei einer Einwohnerzahl von 82 Millionen, bei einem Verhältnis von 1:20 genau 4,1 Millionen Deutsche eine Katze. Es wurden damit aber nur alle Katzen berücksichtigt, welche zu Hause bei Menschen wohnen. Es gibt aber auch streunende Katzen und welche die in Tierheimen, Zoos, bei Züchtern oder in Tierhandlungen leben. Wild lebende Katzen schätzen wir auf 100.000 und etwa 500.000 Katzen befinden sich in Zoos, Tierheimen oder anderen Einrichtungen. Diese Schätzung ist etwas willkürlich, aber Sie sollten zeigen, dass Sie bedacht haben, dass es nicht zur Katzen gibt, welche in Haushalten leben.

Aufgabe:
Ein Goldschmied hat 10 Angestellte. Er verteilt ein Kilogramm Gold unter ihnen, mit der Aufgabe, dass jeder 10 Ringe schmieden soll. Einer der Angestellten hintergeht den Goldschmied, da er genau ein Gramm pro Ring für sich behält.
Wie kann der Goldschmied mit nur einmaligen Wiegen mit einer Präzisionswaage bestimmen, wer ihn hintergeht?

Lösung:
Von jedem der 10 Angestellten werden 10 Ringe hergestellt. Damit bekommt der Goldschmied 100 Ringe. Von diesen wiegen 10 Ringe nur 9 g. Es stellen sich nun zwei Fragen: 1. Wie bestimmt man die 10 Betrügerringe mit nur einem Wiegevorgang? 2. Wie finde ich heraus wer diese hergestellt hat?

Man kann nun folgendes Schema entwickeln:
Jeder der Angestellten bekommt eine Nummer von 1 bis 10. Nun wird jeder von ihnen aufgefordert die seiner Nummer entsprechende Anzahl von Ringen an den Goldschmied zu geben. Nr. 1 gibt einen Ring, Nr. 2 gibt 2 Ringe usw. Der Goldschmied hat nun 55 Ringe (1+2+3+4+5+6+7+8+9+10= 55). Diese legt er auf die Waage. Würde ihn keiner seiner Angestellten betrügen, dann würden die Waage 550 g anzeigen. Somit wird die Waage hier weniger als 550g anzeigen, da den Goldschmied ein Angestellter hintergeht. Die Differenz zu 550 entlarvt den Betrüger. Spielen wir es an einem Beispiel durch. Die Waage zeigt 545g. Es fehlen also 5g (550-545=5). Damit hat der Angestellte Nr. 5 den Goldschmied hintergangen.
Beachten Sie: Diese Schema funktioniert aber nur, da angegeben ist, dass der Betrüger immer genau 1g bei jedem Ring unterschlägt.

Aufgabe:
Auf einem Tisch befinden sich 9 Kugeln und eine Apothekerwaage mit zwei Waagschalen. 8 Kugeln sind gleich schwer, nur die neunte wiegt mehr. Jedoch ist der Gewichtsunterschied so klein, dass er nur mit Hilfe einer Waage bestimmt werden kann.
Schafft man es die schwerere Kugel mit nur zwei Mal wiegen zu bestimmen? Wenn ja, wie?


Lösung: Zunächst sollte man überlegen wie eine Apothekerwaage funktioniert. Auf eine Waagschale wird das gewünschte Gewicht mit einer bestimmten Anzahl von Gewichten gelegt und auf die andere das zu wiegende Objekt. Wenn die Waage im Gleichgewicht ist, hat man das gewünschte Gewicht erreicht. Möchte der Apotheker also 60 g Aspirin abwiegen, nimmt er folgende Gewichte: Ein Gewicht zu 50g und ein Gewicht zu 10g. Nun legt er so viel Aspirin auf die andere Waagschale bis die Waage im Gleichgewicht ist.


Nun zur Aufgabe.  Die Waage kann nach rechts oder links ausschlagen oder ist im Gleichgewicht. Die sich nach unten neigende Seite ist dann die schwerere. Am besten nähert man sich dem Problem von rückwärts. Man trifft folgende Vorüberlegung: Unter wie vielen Kugeln könnte man maximal die schwerere herausfinden, wenn man nur einmal wiegen darf? Dies wäre bei 3 Kugeln der Fall. Eine Kugel legt man auf jeweils eine Waagschale und die dritte wird nicht gewogen. Schlägt nun die Waage nach links aus, ist die linke Kugel die schwerere, schlägt sie nach rechts aus, ist die rechte Kugel die schwerere und ist die Waage im Gleichgewicht, dann ist die dritte, nicht gewogene Kugel die schwerere. Diese Erkenntnis nutzt man nun für unsere Aufgabe. Man muss also im ersten Wiegevorgang es schaffen, die drei Kugeln zu finden unter denen die schwerere ist. Hierzu legt man jeweils 3 Kugeln auf jede Waagschale und 3 werden nicht gewogen. Wir wiederholen also den zuerst beschriebenen Vorgang mit 9 statt 3 Kugeln. Neigt sich die linke Seite nach unten, ist die schwerere Kugel unter den linken 3 Kugeln. Kippt jedoch die rechte Waagschale nach unten, befindet sich die schwerere Kugel unter den 3 Kugeln auf der rechten Seite der Waage. Ist die Waage im Gleichgewicht, ist die schwerere Kugel unter den 3 nicht gewogenen Kugeln. Dann nimmt man die 3 Kugeln unter denen sich die schwerere befindet und wiederholt den Wiegevorgang um die schwerere Kugel zu bestimmen (genau wie bei der Vorüberlegung). Somit hat man mit zwei Mal wiegen die schwerere Kugel bestimmt.

Aufgabe:
Ingo besitzt zwei Seile. Beide brennen innerhalb von einer Stunde ganz ab. Jedoch brennen die beiden Seile nicht in derselben Geschwindigkeit ab. Zum Beispiel könnten nach 5 Minuten bei einem Seil schon 70 Prozent abgebrannt sein, während bei dem anderen erst 25 Prozent des Seils abgebrannt sind.
Wie kann Ingo durch Abbrennen der Seile genau 45 Minuten abmessen?

Lösung:
Die unterschiedliche Brenngeschwindigkeit kann leicht zur Verwirrung führen. Jedoch brennen beide Seile innerhalb von einer Stunde ganz ab. Dadurch sind sie doch miteinander vergleichbar. Des Weiteren muss man darauf kommen, dass man die Seile von beiden Seiten anbrennen kann und die beiden Seile nicht zum gleichen Zeitpunkt abbrennen muss.
Deshalb lautet die Lösung: Ingo zündet gleichzeitig am ersten Seil beide Enden an und am zweiten nur ein Ende. Nach einer halben Stunde ist das erste Seil komplett abgebrannt. Genau dann zündet er das andere Ende, welches noch nicht gebrannt hat, am zweiten Seil an. Damit wird die Restbrennzeit von dem zweiten Seil halbiert und beträgt nur noch 15 Minuten. Dabei ist es egal wie viel Prozent des Seils schon abgebrannt sind. Nach dem vollständigen Abbrennen des zweiten Seils sind 45 Minuten vergangen.

Aufgabe:
Kommissar K vernimmt 3 Verdächtige (A, B und C) zu einem Einbruch. Der Verdächtige A sagt, dass B den Einbruch verübt hätte. B behauptet, dass C der Einbrecher sei und C beschuldigt B der Lüge. K weiß, dass nur der Verbrecher lügen würde und die beiden anderen die Wahrheit sagen. Wer ist der Einbrecher?


Lösung: Man spielt einfach alle Fälle durch. Wir wissen, dass nur der Einbrecher lügt und die anderen die Wahrheit sagen.
Wenn A der Täter wäre, würde er lügen. Jedoch würde dann auch B nicht die Wahrheit sagen. Somit ist A nicht der Einbrecher. Sollte B der Verbrecher sein, dann lügt er. In diesem Fall stimmt auch das was die beiden anderen sagen. Wenn C der Täter wäre würde er aber auch A nicht die Wahrheit sagen. Damit ist B der Täter.

Aufgabe:
Während eines Vorstellungsgesprächs schlägt Ihnen der Chef dieses Spiel an :
" Ausgehend von der Zahl 10 wird immer abwechselnd eine Zahl von 1 bis 10 dazu addiert. Es hat derjenige gewonnen, der am Ende auf genau 100 nach seiner Addition kommt. Ich beginne mit 10+2=12. Nun sind Sie an der Reihe." Ist es möglich das Spiel zu gewinnen? Wenn ja, wie?


Lösung:
Überlegen Sie welche Zahl Sie mindestens brauchen um zu gewinnen. Bei jeder Zahl gleich oder über 90 werden Sie gewinnen. Wird jedoch vor Ihrem Zug die Zahl 89 erreicht haben Sie auf jeden Fall verloren, da Sie nur höchstens 10 dazu addieren dürfen. Denken Sie jetzt darüber nach ob es Ihr Gegenüber erreichen kann mit seinem vorletzten Zug genau auf 89 zu kommen.
Dies ist möglich, wenn Ihr Gegner so setzt, dass die Summe aus Ihrem und aus seinem Zug immer gleich elf ist. Setzen Sie zum Beispiel eine 5 dann wird er 6 dazu addieren. Damit schafft er es, dass bevor sie das letzte Mal an der Reihe sind immer die 89 erreicht sind. Sie werden also das Spiel immer verlieren.

Aufgabe:
Mit einem Fahrrad fahren Sie am Bahndamm entlang. Jede 30 Minuten werden Sie von einem Zug von hinten überholt und alle 20 Minuten kommt Ihnen einer entgegen. In welchem Abstand fahren die Züge?

Lösung: Stellen Sie sich vor, dass der Radfahrer eine Stunde am Bahndamm entlang fährt. Es werden ihn 2 Züge überholen. Nun fährt er mit der gleichen Geschwindigkeit zum Startpunkt zurück. Ihm kommen dann 3 Züge entgegen. Also fahren in 2 Stunden 5 Züge. Somit fährt alle 24 Minuten ein Zug.

 

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